KEBOSOLE / KEBOPLEXE

Grundsätzlich wird die Verdampfstation einer Rübenzuckerfabrik nach der Kampagne zuerst immer mit einer alkalischen Reinigungslösung behandelt. Zwischenreinigungen während der Kampagne gibt es heute durch den allgemeinen Einsatz von Belagverhinderern nur noch in Ausnahmefällen.

In der Rohrzucker-Industrie sind Zwischenreinigungen aufgrund der speziellen Safteigenschaften bisher unumgänglich. In der alkalischen Behandlung werden säureunlösliche Calcium-Verbindungen - wie Calciumoxalat und Calciumsulfat - in säurelösliches Calciumcarbonat umgesetzt. Die stark alkalische Lösung, bedingt durch die Ätznatron–Komponente, löst abgebaute organische Substanzen gut auf.

KELLER & BOHACEK hat sehr früh damit begonnen, den soda-ätzalkalischen Reinigungsprozess zu empfehlen und durch Zusätze zu verbessern. Die Wirkung von Soda und Ätznatron allein ist nicht effektiv genug. Der Prozess ist oft zeitraubend, da schwer durchlässige Schichten die weitere Umsetzung des Belages verhindern. Erst der Zusatz von Dispergatoren und tensidischen Aktivatoren vervollständigt den Prozess, so dass in den weitaus meisten Fällen die alkalische Reinigung ausreicht. 

Wirkungsprinzip der KEBO-alkalischen Reinigung: Der Erfolg hängt von der durchdringenden Umsetzung der schwerlöslichen Komponenten des Belags und seines dabei ermöglichten Zerfalls bzw. seiner Abhebung von der Rohrwandung ab, und zwar mit genügender Reaktionsgeschwindigkeit. Die Umwandlung von z.B. Calciumoxalat in Calciumcarbonat ist mit einer Volumenänderung im Kristallgefüge verbunden.

Die dabei auftretenden Spannungen können Abhebungen einzelner Schichtebenen voneinander oder auch von der Wandung zur Folge haben. Dieser Vorgang wird von den komplexierenden und dispergierenden Komponenten im KEBOSOL gefördert, indem sie diese Schichtebenen lösen, die Beläge zerfallen lassen und anschließend dispergieren.

Die tensidischen Eigenschaften des Aktivators im KEBOSOL unterstützen das Eindringen der Reinigungslösung in die kapillarischen Zwischenräume zwischen den Schichten sowie zwischen Belag und Rohrwandung. Durch das Zusammenwirken aller Bestandteile gelingt es in vielen Fällen, nur mit der alkalischen Reinigung eine saubere Verdampfstation zu bekommen. 

Siederohre mit glatter Oberfläche, wie sie VA-Rohre aufweisen, sind hierbei im Vorteil. Sie lassen sich leichter reinigen. Auch wirkt sich der Einsatz des Belagverhinderers KEBO DS in der vorausgegangenen Kampagne für die Reinigung günstig aus, da der trotzdem noch entstandene, meist geringe Belag weicher in seiner Struktur ist.

Wesentlich ist, dass vor der Anwendung des KEBO-alkalischen Reinigungsverfahrens kein anderes alkalisches Verfahren durchgeführt worden ist, da ohne Anwesenheit des Dispergators gebildetes Calciumcarbonat auf den Rohroberflächen anhaften bleibt. Konstruktionsbedingt können sich bei Fallstrom- oder Plattenverdampfern, die bei Robert-Verdampfern üblichen Additiv-Konzentrationen verändern. Wir beraten Sie diesbezüglich gerne.

Sind nach der ersten alkalischen Behandlung noch Restbeläge vorhanden, hat es kaum Zweck, eine zweite anzuschließen. Eine Belagprobe sollte genommen werden. Nach deren Analyse kann von KELLER & BOHACEK eine günstige Empfehlung für die weitere Reinigung gemacht werden. Meist ist dann eine Säuerung erforderlich. Inzwischen ist es unüblich geworden, hier auf mechanische Weise zum Ziel gelangen zu wollen.